Vorbilder sind die Staatsfonds Norwegens und Schwedens: Nach dem Willen dreier hessischer Minister und ihrer Unterstützer soll auch in Deutschland ein neues „einfaches, kostengünstiges Standardprodukt für jedermann“ auf Fondsbasis eingeführt werden – eine staatliche kapitalgedeckte Säule der Altersversorgung, um das an seine Grenzen gelangte umlagefinanzierte Rentensystem zu ergänzen.
Die Befürworter argumentieren mit geringen Kosten, da der Staatsfonds ohne eigenes Gewinninteresse arbeiten würde. Zudem würde er eine höhere Reichweite erwarten lassen als private Vorsorgeprodukte. In Umfragen zeigen sich die Bundesbürger offen für die Idee einer „Deutschland-Rente“. Doch Kritiker werfen Fragen auf: etwa, ob die Kostenvorteile wirklich so groß wären, wenn die Beiträge nicht wie in Schweden und Norwegen automatisch eingezogen würden, sondern zunächst akquiriert werden müssten. Auch wie eine spätere Rentenzahlung organisiert werden könnte, ist offen. Hauptkritikpunkt aber ist die Gefahr, dass die Politik in Zeiten knapper Kassen ungeniert in die Fondskasse greift – wie unter anderem in Norwegen, Irland und Polen bereits geschehen.
Wie teuer ist es eigentlich, Ruheständler zu sein?
Finanzberatung Wolfgang Thiele | Keine Kommentare16.06.2016
Dass es mit der Rente im Alter knapp werden könnte, ist den meisten Deutschen bewusst. Ab 2030 wird das Rentenniveau nach jetzigem Stand bei 43 Prozent des letzten Nettoeinkommens liegen. Doch wie viel Geld dann tatsächlich benötigt wird – und wie demnach die individuelle Rentenlücke ausfällt –, vermag die Mehrheit der berufstätigen Bevölkerung kaum einzuschätzen.
Nach den Erfahrungen von Finanzplanungsexperten neigen viele Menschen dazu, ihre Ausgaben zu unterschätzen. Das gilt etwa für den Bereich Gesundheit, der im Alter tendenziell teurer wird. Aber auch Immobilienbesitzer machen sich häufig ein falsches Bild der Instandhaltungskosten – ein Eigenheim erfordert laufend Investitionen, die sich in der Summe nach verschiedenen Berechnungen einer Standardmiete annähern können. Hinzu kommt die Inflation, die über die Jahrzehnte die Kaufkraft einer fixen Geldsumme merklich reduziert. Wer neben den Grundbedürfnissen auch Extras wie Urlaube, Kino- oder Restaurantbesuche genießen will, tut daher gut daran, mit Weitsicht und professioneller Unterstützung seinen Ruhestand zu planen.
Diese Versicherungen sollten Berufseinsteiger haben
Finanzberatung Wolfgang Thiele | Keine Kommentare24.05.2016
Nach dem Abschluss eines Studiums oder einer anderen Ausbildung beginnt ein neuer Lebensabschnitt, der auch versicherungstechnisch neue Anforderungen stellt. Welche Policen sind nun unverzichtbar?
- Krankenversicherung: aus gutem Grund gesetzlich vorgeschrieben. Der Beitrag richtet sich nach dem Einkommen; es sei denn, man ist privat versichert, was Gutverdienern (ab aktuell 56.250 Euro Bruttojahreseinkommen) und Selbstständigen möglich ist.
- Haftpflichtversicherung: muss einfach jeder haben. Die private Haftpflichtpolice deckt nicht nur kleinere Malheurs ab, sondern auch potenziell ruinöse Forderungen, wie sie etwa nach einem Personenschaden durch einen Fahrradunfall erhoben werden können.
- Berufsunfähigkeitsversicherung: spätestens ab dem ersten Arbeitstag dringend geboten. Das Risiko einer Berufsunfähigkeit ist auch in jungen Jahren schon gegeben. Im Laufe des Arbeitslebens scheidet jeder vierte Arbeitnehmer vorzeitig aus – und der Staat zahlt bloß einen Almosen.
Neben dieser Kernvorsorge können je nach persönlichen Umständen auch weitere Policen sinnvoll sein, etwa eine Hausrat-, Unfall- oder Rechtsschutzversicherung. Idealerweise sollten sich Berufseinsteiger individuell zu ihrem Versicherungsschutz beraten lassen.
Sie sind seit einigen Jahren der letzte Schrei auch für Privatanleger: Indexfonds, neudeutsch auch Exchange Traded Funds (ETFs) genannt. Sie bilden einen Börsenindex wie etwa den DAX, den Dow Jones oder den Euro Stoxx 50 eins zu eins ab. Das Portfolio des Anlegers entwickelt sich also analog zum gewählten Index. Neben den geringeren Kosten durch den Verzicht auf aktives Management haben die Indexfonds die Tatsache auf ihrer Seite, dass die einschlägigen Indizes langfristig zuverlässig nach oben gehen.
Die Stiftung Warentest hat nun untersucht, wie empfehlenswert diese Anlageklasse tatsächlich ist. Fazit: Als Teil einer ausgewogenen, also auf Streuung setzenden Anlagestrategie sind gute Indexfonds eine lohnenswerte und vergleichsweise sichere Investition. Es kommt allerdings darauf an, sich aus dem mittlerweile riesigen Angebot die richtigen ETFs herauszusuchen. Manche sind spekulativer angelegt, bieten also höhere Renditechancen bei ebenfalls höherem Risiko. Ein bewährter Index wie der MSCI World jedoch ermögliche es, temporäre Wertschwankungen auszusitzen.
Bringt der Nullzins die Trendwende am Aktienmarkt?
Finanzberatung Wolfgang Thiele | Keine Kommentare07.04.2016
Zunächst sorgte die Entscheidung der EZB, den Leitzins auf null zu setzen, nicht für die erwartete Hausse auf dem Börsenparkett. Im Gegenteil: Der DAX ließ nach einem kurzen Anstieg ordentlich Federn und fiel unter 9.500 Punkte. Offenbar befürchteten viele Akteure, dass die EZB nun mit ihrem Latein am Ende wäre. Doch mittlerweile geben sich die […]
Garantieversprechen kosten (immer mehr) Geld
Finanzberatung Wolfgang Thiele | Keine Kommentare05.04.2016
Nach den Finanzmarktturbulenzen der letzten Jahre stehen Garantien in der Altersvorsorge hoch im Kurs. Zugunsten der Planbarkeit verzichten viele Privatanleger auf eine nennenswerte Rendite. Vor welche Herausforderungen dieser Trend die Versicherer stellt, verdeutlicht eine neue Studie: Ihr zufolge ist die Summe, die man heute als Einmalzahlung für eine garantierte lebenslange Rente von 100 Euro monatlich […]
„Finanztest“ stellt Bankberatern schlechtes Zeugnis aus
Finanzberatung Wolfgang Thiele | Keine Kommentare29.03.2016
Immer wieder mal wird die Qualität der Anlageberatung in Banken thematisiert, was in der Regel für einen kurzen Aufreger sorgt. Sodann geraten die Erkenntnisse bei vielen Privatanlegern wieder in Vergessenheit, und bei nächster Gelegenheit wird, wie immer schon, der „Bankbeamte“ erneut konsultiert. Eine neue Studie der Zeitschrift „Finanztest“ hat nun jedoch das Zeug, für nachhaltigere Aufklärung zu sorgen.
Die Anlageberatung bei 23 deutschen Geldinstituten, Genossenschaftsbanken und Sparkassen wurde systematisch unter die Lupe genommen. Dazu ließen sich „geschulte Laien“ insgesamt 160 Mal zur Anlage von 45.000 Euro für zehn Jahre beraten. Das Ergebnis ist ein Armutszeugnis für die Branche: Nur 3 der 23 untersuchten Institute erhielten ein „gut“, ein „sehr gut“ wurde gar nicht vergeben. Zu riskant, zu teuer, nicht im Einklang mit den Kundenwünschen: Die Anlageempfehlungen der Banken sind gewiss keine Empfehlung wert.
Übernehmen Roboter bald die Vermögensberatung?
Finanzberatung Wolfgang Thiele | Keine Kommentare24.03.2016
Bis zu vollwertiger künstlicher Intelligenz ist es zwar noch ein weiter Weg. Doch nach Meinung einiger Start-up-Unternehmen reichen die Rechenleistung und die Programmiermöglichkeiten heutzutage durchaus, um eine Standard-Vermögensberatung zu ersetzen. Demzufolge steht eine Umwälzung bevor: Die Roboberatung werde in der Breite Einzug halten, Investmententscheidungen würden an Logarithmen delegiert.
Die ersten verfügbaren digitalen Berater lassen allerdings noch nicht das Potenzial für eine Revolution erkennen. Eher holzschnittartig wird ein Fragenkatalog abgearbeitet, der die Situation des Kunden, seine Risikoneigung und Anlageziele erfasst. Am Ende werden dann verschiedene Produkte empfohlen – wobei nicht immer klar ist, warum gerade sie ausgewählt werden und ob gegebenenfalls Geschäftsverbindungen zu den Emittenten bestehen.
Kommende Generationen sollen differenzierter zu Werke gehen, lassen die Roboberatungs-Pioniere verlauten. Es bleibt abzuwarten, wie weit die künstliche Intelligenz auf diesem Feld kommen wird.
Höchstnote für 8 private Krankenversicherer
Finanzberatung Wolfgang Thiele | Keine Kommentare14.03.2016
Unternehmensbilanz, Service und die Entwicklung der Bestandsbeiträge standen beim jüngsten „Rating Private Krankenversicherer“ des Branchendienstes „map-report“ im Fokus. 17 deutsche Gesellschaften lieferten in diesem Jahr die erforderlichen Daten, womit gemessen an den Beitragseinnahmen 65 Prozent des Marktes vertreten waren.
Vom hohen Niveau der Anbieterlandschaft zeugt die Tatsache, dass mit acht Versicherern knapp die Hälfte der Teilnehmer die Höchstnote „mmm“ erhielt: Debeka, Signal, Provinzial, Deutscher Ring, Barmenia, Alte Oldenburger, SDK und Concordia.
Erstmals wurde in diesem Jahr auch die Transparenz der Geschäftsberichte bewertet. Mit 40 von maximal 100 Punkten macht der Bilanzbereich (Nettorendite, RfB-Quoten, versicherungsgeschäftliche Ergebnis- und Überschussverwendungsquote usw.) den Löwenanteil am Rating aus. 35 Punkte waren bei der Bestandsbeitragsentwicklung drin, die verbleibenden 25 gab es für den Service (Leistungsprozesse, Beschwerden bei BaFin und PKV-Ombudsmann, Storno, Gesundheitsmanagement).
